Die Musik, die auf dem Kotheshof vom Plattenspieler kam, war eine bunte Mischung. Abi und Esther Ofarim, Franz Josef Degenhardt und Harry Belafonte. Zu Pata Pata von Miriam Makeba tanzten wir mit unserer Mutter durchs Wohnzimmer und wenn im Atelier eine Fete war hüpften wir, laut she`s a rainbow mitsingend, mit den Freunden unserer Eltern um die Wette. Auch Bachs Brandenburgische Konzerte und Prokowjews Peter und der Wolf liefen zu bestimmten Zeiten fast täglich, aber das war etwas für ruhigere Zeiten, im Winter etwa, wenn der Hof und die umliegenden Felder mit Schnee bedeckt waren und wir uns mit Kinderskiern und Schlitten bestückt auf der Rodelwiese hinter der Puppenburg einfanden und uns vor lauter Freude an der klirrenden Kälte an der Schneeballschlacht mit den Dorfkindern beteiligten und alle Ressentiments aus dem vergangenen Sommer schnell vergessen hatten.
Wovor hast du Angst
Yellow
Die ersten beiden Aufnahmen machte ich mit meinem Agentenkoffer von Privileg. Ich hatte gerade ein Jahr Gitarrenunterricht in der Jugendmusikschule absolviert und schon keine Lust mehr amerikanische Folksongs nachzuspielen. Ich traf mich damals regelmäßig mit meinen mejor Amigo in seinem Dachzimmer in der Bebelallee zum Klampfen. Meist hatte er einen Text geschrieben und ich ließ mir dazu Harmonien und Melodie einfallen. Um 1979 herum, nachdem ich meinen Vater in Düsseldorf um Geld angebettelt hatte, mit dem ich mir bei Brinkmann in der Spitalerstrasse ein Schlagzeug gekauft hatte, hatte mein bester Kumpel ebenfalls genug Geld zusammen für einen Bass und dazugehörigen Verstärker.
Von der kurz danach gegründeten Band gibt es leider nur noch dieses eine Foto und das auch nur weil der besagte Bassist von damals, der mit dem ich Songs wie 'Cars, cars, cars' oder 'United Youth' geschrieben hatte, auf seiner Internetseite ein Foto davon in seiner Vita veröffentlicht hat. https://www.tillbriegleb.com/geschichte/
Die Cassette von damals ist leider in irgendeinem Probenraum bei der Arbeit an einem Song überspielt worden. Die Erinnerung an den Auftritt bei 'Nochn Fescht' anfang der 80er Jahre ist verblasst und auch das Jugendzentrum im Martin-Rinckert-Saal ist längst geschlossen, die Auftritte der Theatergruppe 'die Sodbrenner' vergessen und nur auf alten vergilbten Blättern in der Hängergistratur sind noch Entwürfe für die ersten Sketche zur Weihnachts-Revue erhalten. Wen interessiert's?!
Alles zum Kotzen
im chaos der zeit
geteilt durch null
ich will hier weg
somewhere in the night
Anna, do you hear me zum 50. Geburtstag meiner Mutter 1988